ROTER SALON: Leih- und Zeitarbeit - Die Erwerbsarbeit im Wandel
25. April 2008
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Leiharbeitsverhältnisse, befristete Arbeitsverhältnisse oder neue Formen von (Schein)Selbstständigkeit sind inzwischen weit verbreitete Phänomene. Dies bietet nicht nur viel Raum für eine interessante Diskussion, sondern macht auch deutlich, dass wir Jusos uns intensiv mit dem Thema „Gute Arbeit“ beschäftigen müssen. Aus diesem Grund haben wir Ralf Höschele, stellvertretende Juso-Bundesvorsitzender, eingeladen, um über dieses Thema zu diskutieren.
„Junge Menschen wünschen sich „Gute Arbeit““, eröffnete der stellvertretende Juso-Bundesvorsitzende Ralf Höschele sein Referat. Der DGB-Index „Gute Arbeit“, eine repräsentative Umfrage unter Beschäftigten in Deutschland, habe ergeben, dass jungen ArbeitnehmerInnen die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes sowie eine angemessene Bezahlung ihrer Arbeit wichtig sind.
Ralf Höschele, stell. Juso-Bundesvorsitzender
Besonders junge Menschen sind von hoher Arbeitslosigkeit und zu wenigen Ausbildungsplätzen sowie unangemessen niedrige Löhne betroffen. Auch die Ausweitung prekärer Beschäftigungsverhältnisse trifft junge ArbeitnehmerInnen besonders: 32 Prozent von ihnen waren bereits in befristeten Arbeitsverträgen und 10 Prozent in Leiharbeit tätig.
Der DGB-Index zeigt: Die Qualität der Arbeitsbedingungen ist offenkundig verbesserungswürdig. Zunehmende Belastungsvielfalt, Arbeitsintensivierung und immer längere und flexiblere Arbeitszeiten gegen die Interessen der Arbeitenden sind nur einige Merkmale einer Arbeitswelt mit hohem Verschleiß menschlicher Arbeitskraft. Immer mehr Arbeitsverhältnisse sind von zunehmender Unsicherheit geprägt. Hinzu kommt eine schleichende Ausweitung von Leih- und Zeitarbeitsverhältnissen.
Voller Volksfreund: Das Thema Gute Arbeit ist aktuell
William Labitzke, Juso-Vorsitzender in Braunschweig, kritisierte die zunehmende Ausweitung von Zeit- und Leiharbeitsverhältnissen in Deutschland. Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter werden heute nicht nur eingesetzt, um im Verleihunternehmen zu Produktionsspitzen das Mehr an Arbeit bzw. Krankheits- und Urlaubsausfälle abzufangen. Vielmehr setzten Unternehmen LeiharbeiterInnen ein, um die Stammbelegschaft auszuspielen und dadurch immer mehr regulär Beschäftigte zu ersetzen. Diese Tendenz ist steigend. „Wenn aber in einem Unternehmen mehr als 10 bis 15% der Beschäftigten Zeitarbeiter sind, dann stimmt etwas nicht!“, bemängelte Labitzke die Personalplanung vieler Unternehmen in Deutschland. Erschwerend kommt hinzu, dass Leih- und Zeitarbeitnehmer nicht an die tariflich festgesetzten Arbeitszeiten gebunden sind sowie im Schnitt 1/3 weniger Lohn als regulär Beschäftigte erhalten.

„Mit unserer Kampagne wollen wir gemeinsam mit unseren BündnispartnerInnen aus den Gewerkschaften Lösungen für die Probleme finden und unsere Forderungen in der SPD durchsetzen“, warb Höschele um eine Teilnahme aller an der Kampagne „Gute Arbeit und Ausbildung“. Jetzt liegt es an uns!
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