„...um die Stimme der Frauen“ Juso-Frauengruppe besucht Ausstellung
09. Oktober 2008
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Vom 09.10.-31.10.08 gastierte die Wanderausstellung „...um die Stimme der Frauen – Das Frauenbild der Parteien im Spiegel ihrer Wahlplakate von 1919 – 2004“ im DGB-Haus in Braunschweig. Wir Jungsozialistinnen waren bei der Ausstellungseröffnung dabei. Dr. Karin Ehrich vom Verein zur Förderung der Frauenpolitik in Niedersachsen erläuterte in ihrem Einführungsvortrag den Kampf um das Frauenwahlrecht und wie es nach dessen Einführung zu einem regelrechten Buhlen um die Stimme der Frauen bei Reichs- und Bundestagswahlen kam.
Dr. Karin Ehrich bei ihrer Eröffnungsrede im DGB-Haus
Während des Kaiserreichs existierte der Mythos der “weiblichen Bestimmung“, welche sich in „stiller Arbeit“ für die Familie erfüllen sollte. Frauen galten als rechtlich unmündig. Im Jahre 1900 wurde erneut die Vormundschaft des Mannes über seine Ehefrau festgeschrieben, das bedeutet, er kann allein über familiäre Belange und über Besitz und Vermögen seiner Frau entscheiden und verfügen. Ein Vereinsgesetz aus dem Jahr 1850 verbot „Frauen-Personen, Geisteskranken, Schülern und Lehrlingen“ auch die Mitgliedschaft in politischen Vereinigungen.
Wahlplakat der Sozialdemokraten von 1919
Die Erwerbsquote von Frauen lag 1907 bei 35%, Frauen waren als Arbeiterinnen, Mägde und mithelfende Familienangehörige in der Landwirtschaft oder in der Industrie, im Handwerk und im Dienstleistungsbereich tätig. Dass ein Elternteil zu Hause bliebe, hätten sich viele Familien nicht leisten können. Als auch viele bürgerlichen Frauen sich irgendwann nicht mehr nur auf die Familienarbeit beschränken wollten, wuchs der Druck in der Gesellschaft. 1908 wurde so endlich das Vereinsrecht geändert und Frauen konnten sich seitdem politisch enga-gieren und bekamen das Recht, das Abitur abzulegen und und zu studieren.
Erst 1918 wurde das Frauen-wahlrecht in der Weimarer Verfassung verankert. Frauen stellen seitdem häufig die Mehr-heit der wahlberechtigten Bevölkerung und haben somit eine große Einflussmöglichkeit. Dies haben die Parteien erkannt und so wurden seitdem Plakate entwickelt, die speziell Frauen ansprechen sollten.
Im Foyer des Gewerkschafts-hauses wurden die Wahl-plakate verschiedener poli-tischer Parteien von 1919 bis 2004 ausgestellt, sie verdeut-lichten, wie sich das Frauen-bild der Parteien verändert oder nicht verändert hat und ließ uns Jungsozialistinnen leider feststellen, dass hier noch einiges an Aufklärungs-arbeit in Sachen Gleichstellung unserer Gesellschaft zu leisten ist.
Nadine Hermann, Sonja Krühn und Franziska Zimber (v.l.n.r.)
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